Erkältungen richtig behandelt

Ob Schnupfen (Rhinitis), Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Bronchitis. Zu über 90% sind Viren die Auslöser solcher Erkrankungen. Antibiotika haben in solch einem Fall keine Wirkung und können die Dauer der Erkrankung auch nicht verkürzen. Das oberste Gebot ist RUHE (körperlich und seelisch), damit der Körper sich auf die Eliminierung des Krankheitserregers konzentrieren kann.
Stress treibt den Cortisol-Spiegel nach oben, was wiederum die Immunabwehr reduziert und die Krankheitsdauer in die Länge zieht.

Zur Unterstützung und Symptombehandlung sind pflanzliche Präparate Mittel der ersten Wahl. Mittlerweile werden diverse Kombinationspräparate, die die folgenden aufgeführten Kräuter enthalten, in Apotheken angeboten. Richtig dosiert und über einen ausreichend langen Zeitraum eingenommen, können sie die Krankheitsdauer verkürzen.

In einer multizentrischen Phase-III-Studie an 380 Patienten konnte, bezogen auf die 5 häufigsten Erkältungssymptome (anteriore bzw. posteriore Rhinorrhö, nasale Verstopfung, Kopfschmerz, Gesichtsschmerz) ab dem dritten Behandlungstag ein deutlicher Unterschied zugunsten des Verums gegenüber eines Placebos gezeigt werden.

In dieser laut Prof. Bachert ersten DBRPC-Studie (doppelblind, randomisiert und placebokontrolliert) mit einem Phytopräparat bei akuter Rhinosinusitis waren Patienten unter der Phytotherapie 3,8 Tage früher geheilt als Angehörige der Placebogruppe. Der Major Symptom Score zeigte sich am Tag 15 signifikant reduziert, was durch Sonographie der Nasennebenhöhlen bestätigt wurde.

Um unnötige Geldausgaben zu vermeiden, sind unten Medikamente aufgeführt, die nur einen fraglichen bis keinen Nutzen haben.

Zur optimalen Therapie fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Was bei Erkältungskrankheiten wirkt:

Honig:
Eines der ältesten Naturmittel, das schon die Ägypter verwendeten, ist Honig. In Studien mit Kindern zwischen 2 und 18 Jahren ist Honig bei Reizhusten den handelsüblichen Hustensäften deutlich überlegen und besser verträglich.
Aufgrund der eindeutigen Studienlage empfiehlt ihn die Weltgesundheitsorganisation WHO bei Husten und Erkältungen. Forscher vermuten, dass dunkle Honigsorten einen höheren Gehalt an wirksamen Inhaltsstoffen haben, sogenannten Phenolen, und deshalb besser helfen als helle Sorten. In heißer Milch aufgelöst, werden diese Inhaltsstoffe jedoch zerstört.

Thymian:
Die ätherischen Öle (hauptsächlich Thymol und Carvacrol) des echten Thymian wirken antibakteriell, schleimlösend und entzündungshemmend
In der Antike und im Mittelalter wurde der Feldthymian (Quendel) bei Bronchial- und Hustenleiden verwendet:
„Quendel mit Süßholz oder Honig / Anis und Wein gesotten / reinigt die Brust von dem zähen Husten.“

Schlüsselblume:
In Studien konnte der Primelwurzel eine schleimlösende Wirkung bei entzündeten Atemwegen mit festsitzendem Bronchialschleim sowie eine schleimhautabschwellende Wirkung nachgewiesen werden.
Zusätzlich wird die Aktivität des Flimmerepithels gesteigert und kurbelt die Zilienbewegung an. Die Loki-Schmidt-Stiftung hat die Schlüsselblume zur Blume des Jahres 2016 ernannt. Mit dieser Auszeichnung soll für den Schutz selten gewordener Pflanzen geworben werden.

Efeu:
Efeu galt bis in die Neuzeit als giftige Pflanze, weshalb sie hauptsächlich äußerlich Anwendung fand.
Erst im neunzehnten Jahrhundert entdeckte man, richtig dosiert, ihre heilende Wirkung bei Husten und Bronchitis.

Eisenkraut:
Eisenkraut wirk allgemein entzündungshemmend und wird auch bei eitrigen oder schlechtheilenden Wunden eingesetzt. Bei Erkältungen entfaltet es seine entzündungshemmende Wirkung auf die Schleimhäute.

Gelber Enzian:
Studien konnten zeigen, dass Enzianwurzel festsitzenden Schleim aus den Atemwegen lösen kann und so Anwendung hauptsächlich bei Entzündungen der oberen und unteren Atemwege findet (Sinusitis, Bronchitis).

Holunderblüten:
Sie wirken schweißtreibend und immunstimulierend. Außerdem steigern Holunderblüten die Produktion von Bronchialsekreten und fördern so das Abhusten von zähem Schleim aus den Atemwegen. Der genaue Wirkmechanismus ist bisher nicht entschlüsselt worden.

Süßholz:
Süßholz wirkt antibakteriell, schleimlösend und entzündungshemmend. Als Heilmittel wurde es schon in der Antike gegen Husten eingesetzt und als Lakritze verarbeitet soll Süßholz zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben.

Ingwer:
In der Traditionellen Chinesischen Medizin wird er aufgrund seiner wärmenden Eigenschaften zur Ausleitung von Kälteerkrankungen angewendet. Solange kein Fieber besteht, kann Ingwer mehrmals täglich als Tee und als frisches Gewürz zum Essen eingenommen werden.

 

Was nachweislich nicht wirkt:

ACC:
Entsprechend der DEGAM-Leitlinie gibt es keine Empfehlung für ACC bei der Behandlung eines grippalen Infektes oder einer akuten Bronchitis, da in randomisierten doppelblinden placebokontrollierten Studien keine signifikanten Effekte auf Lungenfunktion, Bronchialschleim, systemische Oxygenierung und/oder Beatmungsnotwendigkeit nachgewiesen werden konnten. Der Einsatz von ACC als Schleimlöser wird aus medizinischer Sicht kritisch hinterfragt.

Umckaloabo:
Ein Nutzen des Pelargonium-Extrakts Umckaloabo, der als „pflanzliches Antibiotikum“ insbesondere bei Atemwegsinfektionen angeboten und beworben wird, ist nicht nachgewiesen. 

Arzneimittelbrief: „Die Anpreisungen von Umckaloabo als wirksames Arzneimittel entbehren einer wissenschaftlichen Grundlage. Von der Anwendung muß abgeraten werden.“

Dextromethorphan:
In Vergleichsstudien mit Kindern von 2 bis 18 Jahren schnitt die Gabe von 1-2 Löffeln Honig zum Abend deutlich besser ab um Hustenreiz zu lindern als verabreichter Hustensaft mit DXM (u. a. in Wick MediNait® , Wick® DayMed, Wick® Husten-Pastillen, Hustenstiller-ratiopharm® , NeoTussan Hustensaft® , Silomat DMP®).
Außerdem konnten die Kinder besser schlafen.

Schmerzmittel (NSAR)
Schmerzmittel wie Paracetamol, Aspirin (ASS), Ibuprofen und Diclofenac können Erkältungs- und Grippesymptome wie Fieber, Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen lindern und den Schlaf erholsamer machen, die Dauer des Infektes wird dadurch jedoch nicht verkürzt.